Alkohol vs Heroin – Was führt schneller zum Tod?

Alkohol vs Heroin: Stellt man sich die Frage welche Droge wohl schneller zum Tode führt, Alkohol oder Heroin, ist die Antwort doch klar,oder?

Nein, es ist nicht das Heroin. Der Alkohol schlägt in vielen Studien sämtliche anderen Drogen um Längen. Das Risiko beim Alkoholkonsum wird gesellschaftlich unterschätzt. Denn im Vergleich zu anderen Drogen wie Cannabis, Tabak oder Kokain ist Alkohol viel gefährlicher als bisher gedacht.

Alkohol vs Heroin

Die Wissenschaft ist sich einig

In folgendem Artikel auf WELT.de beschreiben zwei deutsche Wissenschaftler wie tödlich der Konsum gewisser Drogen eigentlich ist. Für ihre Studie verglichen Dirk Lachenmeier und Jürgen Rehm, jeweils Professoren an der Universität Karlsruhe und Dresden, die gängigsten Rauschmittel, darunter Alkohol, Zigaretten, Kokain, Diazepam (Psychopharmaka), MDMA oder Amphetamine.

Auch britische Experten halten Alkohol für extrem gefährlich. Denn er ist weitverbreitet und wirkt sich nicht nur auf die Konsumenten, sondern besonders stark auch auf ihr Umfeld aus. Eine Studie wurde von dem britischen Zentrum für Kriminalitäts- und Justizstudien CCJS in Auftrag gegeben, die Ergebnisse erschienen in der Onlineausgabe der Fachzeitschrift „Lancet“.

„Denken Sie nur mal, was (durch Alkohol) bei jedem Fußballspiel passiert“, sagt Wim van den Brink, Professor für Psychiatrie und Sucht an der Amsterdamer Universität, der einen Kommentar zu der „Lancet“-Studie mitverfasste. Exzessives Trinken schädigt demnach fast das gesamte Organsystem. Alkoholmissbrauch steht in Zusammenhang mit höheren Todesraten. Außerdem spielt er bei Gesetzesverstößen häufiger eine Rolle als die meisten anderen Drogen einschließlich Heroin.

Experten raten dennoch nicht dazu, Alkohol einfach zu verbieten. Leslie King, einer der Autoren der Studie und Berater am Europäischen Beobachtungszentrum für Drogen, warnt sogar davor. Eine Prohibition, wie sie einst in den USA galt, sei kein Ausweg. „Alkohol ist zu sehr in unserer Kultur verwurzelt, er kann nicht einfach entfernt werden“, sagt King. Er rät dazu, gezielt die Vieltrinker ins Visier zu nehmen. Nicht die Mehrheit der Leute, die es bei einem oder zwei Bier bewenden lassen. Regierungen sollten die Preise für Alkohol anheben und mehr Aufklärung betreiben.

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.